
Eine Onlineplattform verspricht hohe Gewinne und exklusive Tipps? Oft steckt dahinter pure Abzocke. Diese 7 Schritte helfen Ihnen, betrügerische Webseiten zu entlarven.
Hinweise auf der Webseite selbst prüfen
1. Sicherheit und URL prüfen
Seriöse Webseiten beginnen mit »https://« und zeigen ein Schloss-Symbol in der Browserzeile – das steht für eine verschlüsselte Verbindung. Fehlt beides oder enthält die Webadresse Schreibfehler oder auffällige Zusätze, ist Vorsicht geboten. Auch Domains, die bekannten Anbietern ähneln, können betrügerisch sein.
2. Impressum und Anbieterangaben kontrollieren
Ein vollständiges Impressum mit Firmenname, Rechtsform, Sitz, Aufsichtsbehörde u. a. ist Pflicht. Fehlen solche Angaben oder wirken sie zweifelhaft, ist das ein deutliches Warnsignal.
3. Erreichbarkeit hinterfragen
Gibt es verlässliche Kontaktmöglichkeiten? Ein anonymes Formular oder Kommunikation über WhatsApp, Signal oder Telegram sind ungewöhnlich. Wenn Telefonnummern nicht zum angeblichen Sitz passen oder ständig wechseln, sollten Sie skeptisch sein.
4. Angebot durchschauen
Verstehen Sie das angebotene Produkt? Unseriöse Anbieter werben oft mit übertriebenen Versprechen wie »hohe Gewinne ohne Risiko«. Besonders vorsichtig sollten Sie bei Angeboten zu CFDs, Forex, Kryptos oder bei Krediten ohne Prüfung sein. Auch Zahlungen im Voraus, etwa für angebliche Steuern oder Gebühren, sind ein klares Warnzeichen.
Informationen auf anderen Webseiten finden
5. Hat der Anbieter eine Lizenz?
Banken, Broker, CASPs usw., die sich an Kund:innen in Österreich richten, müssen in der Unternehmensdatenbank der FMA aufscheinen. Bei Angeboten außerhalb des EWR lohnt sich ein Blick in die Register der dortigen Aufsichtsbehörden – zum Beispiel bei der FCA in Großbritannien oder der FINMA in der Schweiz.
6. Gibt es Warnmeldungen und Erfahrungsberichte?
Hat die FMA oder eine andere Behörde vor dem Anbieter gewarnt? Auch die internationale Organisation IOSCO sammelt Warnmeldungen von Aufsichtsbehörden weltweit. Zusätzlich liefert eine einfache Google-Suche oft wichtige Hinweise. Auch Bewertungen auf Portalen wie Trustpilot oder ScamAdviser können zeigen, ob andere Personen bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben.
7. Wann und von wem wurde die Domain registriert?
Unter www.who.is lässt sich prüfen, wann die Webseite registriert wurde. Behauptet eine Plattform, seit Jahren am Markt zu sein, wurde aber erst vor wenigen Monaten registriert, passt das nicht zusammen. Auch wenn gar keine Betreiberinformationen sichtbar sind, kann das ein Warnsignal sein.
Mit ein paar gezielten Klicks und einem kritischen Blick werden Sie selbst zum Onlinedetektiv und durchschauen falsche Versprechungen im Netz sofort.
CASP – Crypto Asset Service Provider:
Dienstleister für Krypto-Assets, der z. B. deren Handel, Verwahrung oder Umtausch anbietet.
Internationale Finanzaufsichtsbehörden:
FCA: Financial Conduct Authority, Großbritannien
FINMA: Schweiz
IOSCO: International Organization of Securities Commissions, die weltweite Vereinigung der Wertpapieraufsichtsbehörden
Trustpilot:
eine Onlinebewertungsplattform, auf der Kund:innen Erfahrungen mit Unternehmen teilen.
ScamAdviser:
Internetseite, die die Vertrauenswürdigkeit von Webseiten anhand technischer Daten und Nutzerfeedback einschätzt.