
Eine Prämienanpassung sorgt dafür, dass Ihr Versicherungsschutz wertbeständig bleibt und nicht über die Jahre an Wirkung verliert.
Prämienanpassungen gibt es bei fast allen Versicherungen. Sie sind in der Polizze oder den Allgemeinen Versicherungsbedingungen durch Prämienanpassungsklauseln geregelt.
Bei manchen hängt die Höhe von einem Preisindex ab, den die Statistik Austria regelmäßig veröffentlicht. Andere Versicherungen arbeiten mit einem fixen Prozentsatz – selten gibt es schlicht gar keine Anpassung.
Warum eine Prämienanpassung gar nicht schlimm ist:
Prämiensteigerungen haben Vorteile:
- Schutz bleibt erhalten: auch wenn alles teurer wird, zahlt die Versicherung weiterhin, was vereinbart ist.
- Keine Unterversicherung: die Versicherungssumme verliert nicht an Wert. Sie sind weiterhin gut abgesichert.
- Langfristige Stabilität: die Versicherung kann auch in zehn oder zwanzig Jahren noch leisten, ohne dass Sie plötzlich draufzahlen müssen.
Sonderfall Krankenversicherung
Bei der privaten Krankenzusatzversicherung sind die Möglichkeiten der Versicherung zur Prämienanpassung im Gesetz klar geregelt. Die Prämie darf nur unter bestimmten Bedingungen steigen, zum Beispiel:
- vereinbarter Preisindex steigt,
- Lebenserwartung steigt,
- Nutzung oder Aufwand der Leistungen nimmt zu,
- Verhältnis zu Leistungen der gesetzlichen Sozialversicherung ändert sich,
- gesetzliche oder behördliche Entgelte steigen oder
- Regeln im Gesundheitswesen ändern sich.
Wann darf sie nicht steigen?
Die Prämie darf hier nicht steigen, nur weil Sie älter werden, krank werden oder häufiger Leistungen in Anspruch nehmen. Anpassungen gelten immer erst ab dem nächsten Monat nach Mitteilung – rückwirkend geht das nicht. Ein Wechsel der Versicherung sollte gut überlegt sein, weil
- die Prämie stark vom Eintrittsalter abhängt,
- neue Gesundheitsprüfungen zu Ablehnungen, Zuschlägen oder Ausschlüssen führen können,
- bereits angesparte Altersrückstellungen verloren gehen.
Prämie zu hoch – was kann man tun?
- Widersprechen: Bei manchen Versicherungen können Sie den Vertrag mit gleichbleibender Prämie und reduzierten Leistungen fortführen.
- Tarif anpassen: Zusatzleistungen streichen oder auf Selbstbehalt-Tarif umsteigen.
- Kurzfristiger Engpass: Viele Versicherer bieten Anwartschaft oder Ruhendstellung für einen gewissen Zeitraum an. Die Prämie sinkt, der Schutz bleibt, eine neue Gesundheitsprüfung ist nicht nötig, hilfreich bei Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Auslandsaufenthalt.
Fazit
Prämienanpassungen sind kein Grund zur Panik. Sie sorgen dafür, dass Ihr Versicherungsschutz auch in vielen Jahren noch passt und Sie im Ernstfall nicht plötzlich unterversichert dastehen. Wer versteht, wann und warum die Prämie steigt oder eben auch nicht, kann clever reagieren, sparen und trotzdem rundum abgesichert bleiben. Wie immer gilt: Vergleichen Sie unterschiedliche Produkte und lassen Sie sich beraten!
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Podcast: Hör rein!
Prämie:
Preis, den ein:e Versicherungsnehmer:in für den Versicherungsschutz an den Versicherer zahlen muss.
Polizze:
Urkunde über den Vertrag zwischen Versicherungsunternehmen und Versicherungsnehmer:in.
Index:
bildet die Wertentwicklung bestimmter, ausgewählter Werte ab, zum Beispiel von Aktien, Anleihen oder auch Waren.
Tarif:
Art und Weise, wie eine Versicherung ihren Schutz und ihre Kosten organisiert, und legt das Paket aus Leistungen und Preis fest.