
Sie werden in eine WhatsApp- oder Telegram-Gruppe eingeladen. Dort berichten Anleger von hohen Gewinnen, und ein Finanzexperte gibt Tipps, wie sich schnell Geld verdienen lässt.
Dann sehen Sie ein Video einer bekannten Persönlichkeit, die für eine Investmentplattform wirbt. Alles wirkt professionell und glaubwürdig. Sie investieren zunächst 250 Euro. Auf der Plattform scheint Ihr Guthaben zu wachsen.
Der Ansprechpartner empfiehlt weitere Einzahlungen. Also investieren Sie mehr Geld. Doch die Gewinne existieren nur am Bildschirm. Ihr Geld ist tatsächlich weg.
Solche Fälle sind keine Einzelfälle.
Allein 2025 erhielt die FMA 843 Meldungen zu Anlagebetrug mit einer Schadenssumme von rund 20 Millionen Euro. Oft kommt der Betrug erst ans Licht, wenn Betroffene ihr Geld ausbezahlt bekommen wollen. Dann werden plötzlich »Steuern«, »Gebühren« oder weitere Einzahlungen verlangt. Die versprochenen Gewinne werden nie ausbezahlt.
Betrüger werden immer professioneller.
Anlagebetrug ist heute oft schwer zu erkennen. Betrüger nutzen soziale Medien, KI-generierte Videos und Bilder, gefälschte Handelsplattformen oder geben sich als seriöse Unternehmen aus. Ihr Ziel bleibt immer gleich: Ihr Vertrauen gewinnen und an Ihr Geld kommen.
Was schützt vor Anlagebetrug?
- Zeit nehmen.
- Produkt verstehen.
- Anbieter prüfen.
Betrüger setzen ihre Opfer häufig unter Druck. Sie sollen handeln, bevor sie Fragen stellen oder das Angebot überprüfen können. Eine seriöse Geldanlage erfordert keine Entscheidung innerhalb weniger Minuten.
Verstehen Sie das Produkt?
Informieren Sie sich, wie die Anlage funktioniert, welche Risiken und Kosten entstehen und wie Sie Ihr Geld wieder zurückbekommen. Es gilt der Grundsatz: Was ich nicht verstehe, kaufe ich nicht. Hohe Gewinnchancen bedeuten immer auch ein höheres Risiko. Im schlimmsten Fall droht ein Totalverlust.
Wer steckt hinter dem Angebot?
Prüfen Sie, wer Ihnen die Anlage anbietet und ob das Unternehmen dazu berechtigt ist. Vergleichen Sie Name, Website, Adresse und Kontaktdaten. Verlassen Sie sich nicht nur auf die Angaben des Anbieters. Betrüger kopieren häufig Namen und Auftritte seriöser Unternehmen. Solche Fälschungen werden als »Clone Firms« bezeichnet.
Auf der Website der FMA können Sie prüfen, welche Unternehmen in Österreich Finanzdienstleistungen anbieten dürfen.
Gibt es Warnungen?
Die FMA und andere Aufsichtsbehörden veröffentlichen regelmäßig Investorenwarnungen. Auch eine Internetsuche kann wichtige Hinweise liefern.
Wichtig: Fehlt eine Warnung, bedeutet das nicht automatisch, dass ein Anbieter seriös ist.
Wenn Sie Opfer von Anlagebetrug geworden sind
Informieren Sie rasch Ihre Bank, und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Schnelles Handeln kann helfen, weiteren Schaden zu verhindern. Seien Sie außerdem vorsichtig bei angeblichen »Geld-zurück-Angeboten«. Wer für die Rückholung Ihres Geldes vorab eine Gebühr verlangt, ist oft selbst ein Betrüger.
TIPP: Klicken Sie nicht auf unbekannte Links, geben Sie niemals Passwörter weiter und installieren Sie keine Fernzugriffssoware auf Aufforderung Dritter.
Weitere Ausgaben:
mehr Wissen:
Finanz ABC: www.fma.gv.at > Finanz ABC
Instagram: @redenwiruebergeld
Podcast: Hör rein!
Künstliche Intelligenz (KI):
Technologie, die täuschend echte Texte, Bilder, Stimmen
oder Videos erstellen kann.
Handelsplattform:
Onlineplattform, über die Finanzprodukte gekauft
und verkauft werden können.
Fernzugriffssoftware:
Programm, mit dem jemand aus der Ferne auf Ihren
Computer oder Ihr Smartphone zugreifen kann.
Clone Firm:
betrügerisches Unternehmen, das Name und Erscheinungsbild eines seriösen Finanzunternehmens
kopiert.